METHODE

 

Gegenstand der Bildsemiotik sind vorrangig materielle Abbilder [Gemälde, Grafik, Fotografie, Film, TV/Video, Internet, Architektur, Skulptur oder Alltagsgegenstände], aber auch immaterielle Bilder, Denkbilder [Erinnerungen, Imaginationen, Metaphern, Beschreibungen, …], mit denen der Mensch den Objekten eine Bedeutung gibt.

 

«Bedeuten heisst, dass die Objekte nicht nur Informationen transportieren […],
sondern auch strukturierte Zeichensysteme bilden […].

Roland Barthes: Das semiologische Abenteuer, Frankfurt a. M. 1988, S. 188.

 

Der französische Philosoph analysierte kulturelle Phänomene wie Texte, Filme, Fotografien, Mode und Werbung. Bereits in den 50er und 60er Jahren veröffentlichte er semiotische Essays über scheinbar gewöhnliche Gegenstände der Alltagskultur. Zu den bekanntesten gehört sicher «La nouvelle Citroën» oder die Analyse der Panzani-Werbung.

 

Für Barthes sind alle Bedeutungsprozesse Mythen. Aber nicht im Sinne der historischen Erzählung, sondern in einer über das Eigentliche hinausgehenden, sekundären Bedeutungszuweisung.

 

«Je mehr die Technik die Verbreitung der Informationen (und insbesondere der Bilder)
entwickelt, um so mehr Mittel steuert sie bei, den konstruierenden Sinn unter einer Maske eines
gegebenen Sinns zu verschleiern.»

Roland Barthes: Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn, Frankfurt a. M. 1990, S. 40.

 

Barthes’ Arbeiten helfen nicht nur, die Erzeugung von Wahrheit, Bedeutung und Sinn in der menschlichen Kultur zu verstehen. Er regt auch dazu an, kulturelle Phänomene kritisch zu reflektieren.